Gartenteich mit Bachlauf II
Nachtrag und  Daten zur Auswertung.
...
..
Nachtrag vom 27. Dez. 2004
Die unerwartet hohe Resonanz, die dieser einfach gestaltete Beitrag nicht nur bei Gartenteichbesitzern ausgelöst hat und der anscheinend z.T. zu kontroversen  Diskussionen von Experten in Foren geführt hat, über die sogar ich von Lesern unterrichtet worden bin, nehme ich zum Anlaß um einiges nachzutragen. Ich hoffe damit bei einigen Mikroskopikern und Gartenteichbesitzern die offensichtlich noch vorhandenen Unklarheiten beseitigen zu können..
  1. Vorliegender Versuch mit obigem Ergebnis wurde ausschließlich als Hilfestellung für jene Gartenteichbesitzer durchgeführt und beschrieben, die nicht nur einen fischlosen naturnahen Gartenteich, sondern gern auch einen entsprechenden Bachlauf dazu betreiben möchten, die jedoch nicht, aus was für Gründen auch immer, die Möglichkeit haben selbst solche Versuche erfolgreich durchzuführen.

  2. Da meine Website weder gesponsert ist, noch ich irgendwelchen Interessenvertretern aus finanziellen Gründen verpflichtet bin, habe ich auch 
    kein Interesse daran, Unwahrheiten zu verbreiten oder meine Fotos zu manipulieren, wie mir offensichtlich von irgend jemandem irgendwo 
    unterstellt wird.
    Getestet wurde eine ganz gewöhnliche, handelsübliche Kreiselpumpe wie man sie normalerweise für einen solchen Zweck verwenden würde (keine Tauch- oder anders gebaute Spezialpumpe). 
    Der zweite sehr zeitaufwändige Test  mit einer stärkeren Pumpe (20 m³/h) - die für Schwimmteiche empfohlen wird - zeigte leider, daß auch diese Pumpe für 
    Bachläufe kaum geeignet ist. 
  3. Interessenten, die selbst einfache  Tests mit ihren Pumpen durchführen möchten, benötigen dafür weder ein Stereoskop, noch ein Durchlicht- oder gar Utermöhl-Mikroskop

  4. Da alle relevanten, lebenden Organismen größer als 250 µm (1/4 mm) sind, genügt für die Lebenderkennung eine gute Lupe und eine Petrischale. 
  5. Eine verläßliche Aussage erhält man mit einer quantitativen Auswertung, wenn die Pumpenproben mit mindesten einer Kontrollgruppe verglichen werden 

  6. (d.h. nicht gepumptes Wasser gleichen Volumens und den darin lebenden, ausgezählten Organismen). 
     
  7. Einige verwendete (Fach?-)Ausdrücke, die offensichtlich noch nicht allgemein bekannt sind:

  8. Stereoskop:Gerät zur stereoskopischen (dreidimensionalen) Betrachtung von lebenden und toten Objekten bei Vergrößerungen bis ca. 50x.
    Detritus: Schwebstoffe bestehend aus Exkrementen, totem Pflanzen- und Tiermaterial, das langsam zu Boden sinkt. Detritus ist der Lebensraum für zahlreiche Mikroorganismen. 
    Eine quantitative Auswertung von Organismen im Detritus ist jedoch mühsam und meistens nur durch gleichzeitigen Einsatz vieler, geübter Untersucher 
    sinnvoll (z.B. Studenten, Kursteilnehmer u.dergl.).
    Plankton: (griech. das Umhergetriebene). Lebensgemeinschaft im freien Wasser schwebender Organismen deren Eigenbewegungen nicht ausreichen
    um Strömungen überwinden zu können.
    Unter Süßwasser- oder Limnoplankton versteht man vorwiegend Einzeller, Ruderfuß- und Blattfußkrebse sowie Rädertiere.(s. Biodiversität)
    Sedimentieren: bezeichnet einen
    Vorgang bei dem man alle (normaler- weise toten) Schwebstoffe langsam zu Boden sinken läßt. (Sedimentiergefäße sehen den früher gebräuchlichen, tüten- förmigen Sektgläsern sehr ähnlich).
    Zentrifugieren: Anreichern von Material mittels einer Zentrifuge (hier meist toter oder abgetöteter Biomasse) 
    Bei Lebenduntersuchungen können  nur in Ausnahmefällen bei sehr un- empfindlichen Organismen Handzentri- fugen sehr vorsichtig mit je nach den Objekten weniger als 500 bis 1000 U/min eingesetzt werden. 
    links Sedimentiergefäß (100 ml)
    rechts Handzentrifuge
  9. Das für Untersuchungen von Schwebstoffen, in denen sich noch Lebewesen aufhalten könnten, immer vorzuziehende Sedimentieren  sollte also nicht leichtfertig mit dem Zentrifugieren durcheinander gebracht  werden.
  10. Wegen der geringen Menge der zu untersuchenden Medien und der hohen Konzentration, (10 ml aus 10 l = 1 : 1000) war der Einsatz beider Werkzeuge nicht nötig.
  11. Da die Mortalität (Sterberate) vieler Organismen bei stark angereicherten Planktonproben durch die Sauerstoffzehrung mit der Zeit stark ansteigt, wurden die gepumpten Proben unmittelbar nach der Aufbereitung  untersucht..

  12. Erst danach wurde die geschöpfte Kontrollprobe aufbereitet  (10 l durch Planktonnetz gefiltert) und sofort danach ausgezählt.
..
..
..

Detaillierte Informationen zur Versuchsanordnung und zu der Auswertung 
der Daten.

Testobjekt: 
handelsübliche Kreiselpumpe
T.I.P. Clean-Jet 1000, Edelstahl, für Dauerlauf geeignet.
2850 Rpm, Hmax 50m, Qmax 3600 l/h, 230V/50Hz, 3/4-Zoll-Anschlüsse, Bj.97.

Für dieAuswertung verwendete Meßgeräte:

Labor-Stereoskop MSC-10, Auflicht und Durchlicht
Objektive: 0,6x, 1x, 2x, 4x, 7x
Okulare: 8x23, 8x23 mit Strichplatte 10x18 = 180 Teilstriche
(für Anfänger: Okularvergrößerung multipliziert mit der Objektivvergrößerung ergibt bei Stereoskopen und Mikroskopen die Gesamtvergrößerung. 
Die Strichplatte wird mit einem sogenannten Objekmikrometer für jedes Objektiv geeicht, so daß man immer - unbeachtet der Vergrößerung - leicht die Größe des Objektes während des Betrachtens erkennen kann.)

Forschungsmikroskop Wild/Leitz M40 nach Utermöhl für Hellfeld, Dunkelfeld, 
Phasenkontrast und Polarisation, Schiebetisch mit aufgesetzem Kreuztisch.
Objektive: 2x, 4xPh, 10xPH, 20xPH, 50xPH, 100xPH
:Okulare: 10xWF, 10xWF mit Raster-Strichplatte, Raster 10x10 Felder,  für jedes Objektiv mit Objektmikrometer geeicht.
(Für Anfänger: Utermöhl-Mikroskope sind umgekehrte Mikroskope, durch die die Objekte von unten betrachtet werden und die deshalb besonders für quantitative Auswertungen aber auch für die Beobachtung  von lebenden Mikroorganismen in dafür geeigneten Mikro-Aquarien geeignet sind.)

Für die Makro- bzw Mikrofotografie wurden zwei verschiedene Wild/Leitz Forschungsmikroskope  verwendet (s. Über die Homepage)
 

Auswertung der Prüf- und Kontrollreihen
Jeweils 10 ml des angereicherten Mediums wurden in 3 Petrischalen (Durchmesser 50mm) bodendeckend verteilt und alle Organismen über 300 µm unter dem Stereoskop im Durchlicht mit untergelegter Rasterfolie lebend ausgezählt.
Stichproben a 0,2 ml, Deckglas 24x30, Wild-Utermöhl-Mikroskop, Okular 10x WF mit 10x10-Felder-Rasterplatte. Objektive 4x PH, 10xPH, 20xPH. 
Beleuchtung Hellfeld oder Phasenkontrast je nach Bedarf.

..
Inhaltsverzeichnis
Alle Fotos und Texte sind urheberrechtlich geschützt!
Zur vorigen Seite zurück!