Experiment Pfütze
Die natürliche Besiedelung eines künstlichen Kleingewässers
Phase I - Anlage der Pfütze


Die Idee : 
In welcher Zeitspanne siedeln sich was für Organismen in einem - mit weitgehend keimfreiem Substrat - künstlich geschaffenen Kleinstgewässer an. 

Bedingung:
Nach der Anlage des Gewässers nur noch Beobachtung und soweit wie möglich keine steuernden Beeinflussungen mehr.

Lage des Gewässers:
Umgeben von einer 2 m hohen Ligusterhecke, direkt neben einer Straße in einem voll besiedelten Stadtgebiet am Rande von Oldenburg.

Die Idee stammt nicht von mir. Sie wurde vor sehr vielen Jahren in der Zeitschrift Mikro-Kosmos aufgeworfen und die Leser wurden damit angeregt, dieses Experiment einmal durchzuführen.
Ein solches Experiment im Zentrum von München durchzuführen, war völlig indiskutabel, sosehr es mich auch gereizt hätte. Auch die meisten Leser schienen damals kein besonderes Interesse an einem solchen Experiment gehabt zu haben, denn ich habe nie mehr etwas darüber gelesen, oder habe ich es vielleicht nur überlesen?

Nachdem ich endlich die Gelegenheit dazu geschaffen hatte, startete ich im Herbst 1999 einen ersten Versuch. Leider war er jedoch bereits nach drei Wochen zum Scheitern verurteilt, da durch ein plötzlich aufgetretenes Leck in der Folie das Regenwasser jedesmal innerhalb weniger Stunden versickerte. 
 

Am 15. Mai wurde deshalb der alte, stark verschmutzte Sand entfernt, die Pfütze neu geformt und mit einer neuen, diesmal stärkeren Folie von 1 mm ausgelegt. Anschließend wurde Brunnenwasser bis zum oberen Rand eingefüllt um die steifere Folie besser an den Boden anzupressen.

Die Maße 260 x 290 cm beziehen sich auf die, hier noch nicht sichtbaren Pfützenränder. Die größte Tiefe in der Mitte beträgt 22 cm, die seitlichen Vertiefungen schwanken zwischen 

5 und 15 cm. Am 16. Mai wurde das Wasser wieder abgepumpt und die Folie abgetrocknet. Neuer sauberer, trockener Sand, ca.120 Liter wurde eingefüllt. Es handelt sich dabei um Quarzsand mit einer Körnung von 
0,6 bis ca. 2 mm. 
Eine Probe davon wurde bereits vorher ca. 3 Monate lang mit destilliertem Wasser  in einem abge- deckten Behälter getestet. In dieser Zeit entwickelten sich keinerlei Lebewesen in dem Behälter. 
Um ein Abrutschen des Sandes an den steilen Kanten zu verhindern, wurde ein grobmaschiger Vorhangstoff vor dem Einbringen des Sandes auf der Folie bis zum oberen Rand  ausgebreitet.

In der Nacht zum 17. Mai begann es leicht zu regnen.  Am 20. Mai war der staubtrockene Sand soweit durchge- feuchtet, daß auch einige Zentimeter Wasser in den tieferen Mulden stehen blieben.
 


Reiner Quarzsand  unter dem Mikroskop im polarisierten Licht,  eine Methode zur Prüfung der Reinheit des Materials.
Beim  Drehen des Objekt-
tisches (oder gleichzeitig beider Polarisatoren) müssen alle Körner einmal aufleuchten und einmal auslöschen.
Unter Magersand versteht man Sand mit einer Körnung über 
0,6 mm Größe, der möglichst arm  an Schluff- und Tonanteilen ist 
und keinerlei Pflanzen-, Tier- oder Kunstdüngerreste enthält.

Ton hat eine Partikelgröße von bis zu 2 µm
Schluff  hat eine Partikelgröße von 2 bis 63 µm
Sand  hat eine Partikelgröße von 63 µm bis 2 mm

Lehm ist ein Gemisch von Ton, Schluff und Sand.


Wasserwerte 20. Mai 2000
     pH-Wert...................4.7
     Geshärte...................1 d°
     Carbhärte..................0°
      Ammonium...............0 mg/l
      Nitrit.........................0 mg/l
      Nitrat........................ 5 mg/l

Bis zu diesem Zeitpunkt hat noch keine Verschmutzung des Wassers durch Laub oder anderes Material eingesetzt. Zur ersten mikroskopische Untersuchung  vom 
 20 Mai siehe Phase II a.
Am 26. Mai (Bild unten) wurden die Ränder versäubert. An der tiefsten Stelle in der Mitte stand das Wasser 
12 cm über dem Sandboden.

Wasserwerte 26. Mai 2000
    pH-Wert...............4.7
    Geshärte...............5 d°
    Carbhärte.............0 d°
    Ammonium...........0.25 mg/l
    Nitrit......................0.05 mg/l
    Nitrat.....................10 mg/l

Starker Wind hat bereits einiges Laub und Blütenreste eingeschwemmt. Obendrein waren zwei große Kleckse Vogelkot und eine tote Landschnecke im Wasser. Sie wurde allerdings gleich entfernt.
 

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