Süßwasserpolyp,  Hydra spec.
Nesseltiere des Süßwassers
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Hydren auf Radix
      Hydren aufgewachsen auf dem Gehäuse 
      einer Schnecke Radix peregra
Süßwasserpolyp  Hydra spec.
Vermutlich nur 3 Arten von Süßwasser- polypen können in Gartenteichen auftreten. Sie unterscheiden sich äußerlich nicht und können nur durch die 3 Arten ihrer Nesselkapseln bestimmt werden. (s.unten). 

1. Grauer Süßwasserpolyp,
    Gemeiner Süßwasserpolyp, H. vulgaris
2. Lichtscheuer Süßwasserpolyp,
                                              H. circumcincta
3. Plumper Süßwasserpolyp,   H. oxycnida

In sehr nährstoffarmen, kühlen Gewässern (Waldteiche und Waldtümpel) findet man die Grüne Hydra, Hydra viridis,
Im Schlamm und unter Steinen in Norddeutschen Teichen und Seen, existiert sehr selten der Braune Süßwasserpolyp, Hydra oligactis und im Brackwasser an der Nord- und Ostseeküste lebt der Brackwasserpolyp, Cordylophora caspia.

Süßwasser-Hydren findet man als Aufwuchs auf den verschiedensten Medien. Man kann sie mit einer guten Lupe entdecken, was allerdings nicht ganz einfach ist, denn die geringste Störung reicht aus, um sie zu einer winzigen Kugel zusammenschrumpfen zu lassen. Doch mit etwas Geduld und Erfahrung ist es ausgesprochen leicht, diese faszinierenden Nesseltiere nach ihrer Entdeckung in einem kleinen Behälter - kleines Glas- oder Plastik-Aquarium  -  in dem sie sich gern an einer Scheibe festsetzen,  mit einer guten Lupe zu beobachten.

Bei der ungeschlechtliche Vermehrung wachsen aus dem Körper junge Polypen heraus, die Knospen genannt werden.
Haben sie eine bestimmte Größe erreicht, dann trennen sie sich vom Muttertier.
Manchmal können auch mehrere Knospen an einem Mutterpolypen, gleichzeitig in unterschiedlichen Entwicklungsstadien beobachtet werden.

Mutterpolyp mit drei Knospen in verschiedenen Entwicklungsstadien
Ein viel zu großes Futtertier wurde gefangen, musste deshalb  wieder freigelassen werden.

Unter günstigen Umweltbedingen (hier in einem Aquarium) können sich Süßwasserpolypen auch stark vermehren. Die kleinen Pünktchen dazwischen sind Kolonien von Glockentierchen.

In der äußeren Schicht des gesamten Tieres, aber besonders in den Tentakeln befinden sich die Organe, die die Nesseltiere befähigen, ihre Nahrungstiere zu fangen.  Es handelt sich hierbei um vier verschiedene Arten von Nesselkapseln (Cniden).

1. Penetranten, (Durchschlagskapseln)
2. Streptoline Glutinanten (Klebkapseln)
3. Stereoline Glutinanten (Klebkapseln)
4. Volventen (Wickelkapseln)

(Einzelheiten s. "Das Leben im Wassertropfen" )

Jede Nesselkapsel besitzt einen Sensor, ein feines Härchen, den sogenannten Cnidocil  (nur sehr schwach zu erkennen), der bei Berührung mit der Beute, die Kapsel explodieren läßt.
Hier (Bild unten) sieht man die ca. 8 µm große Durchschlagskapsel mit ihrem pfeilförmigen, giftigen Stilett, das bei der Explosion der Kapsel in das Beutetier eindringt und es lähmt.

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Hydra spec. beim Beutefang - Videoclip

Eine sehr ausführliche, dabei launig und leicht verständlich geschriebene Abhandlung über Süßwasserpolypen von Dr. B.W.Krysmansky:    Der Süßwasserpolyp

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