Amöben (Nacktamöben) im Gartenteich I
Klasse Rhizopoda (Wurzelfüßer), Ordnung Amoebida
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Amöben werden meistens mit Abwässern oder zumindest stark verschmutzen Gewässern in Verbindung gebracht, wie z.B. die Große Fließamöbe, Vahlkampfia limax
Doch es gibt viele Arten, die vorwiegend in sehr sauberem Wasser vorkommen. Dazu zählen u.a. die Nacktamöben der Gattungen Pelomyxa und Metachaos

 
Pelomyxa tertia, die Faden- Schlammamöbe, bis 180 µm groß ist im Ruhezustand nur schwer als Amöbe zu erkennen. Sie lebt im Mulm auf dem Boden von nährstoffarmen Teichen und ist meistens nur als runder oder eiförmiger,  unbeweglicher Schmutzfleck zu sehen, der beim Mikroskopieren nicht auffällt und deshalb auch meistens übersehen wird.
Bei jeder Störung ziehen sich fast alle Amöben zusammen. 
Sie fangen oftmals erst etliche  Minuten nach Aufbringen einer Probe auf den Objektträger an,  sich zu bewegen. 
Zuerst entsteht  eine kleine, fast durchsichtige Ausbuchtung aus Ektoplasma, in das sofort das weniger durchsichtige Endoplasma nachfließt.
Die Amöbe erhält dadurch eine völlig andere Form, die jedoch bei Pelomyxa t. in der Regel nicht gerade aufregend ist im Gegensatz zu Metachaos gratum
Diese Ausbuchtung vergrößert sich langsam, wird aber meistens nach wenigen Sekunden wieder eingeschmolzen um an anderer Stelle wieder neu zu entstehen.
Amöben vermehren sich auch wie andere Einzeller, indem sie sich in der Mitte durchschnüren und dann in zwei gleich große Organismen zerfallen. Bei den drei Fotos könnte man meinen, daß hier eine solcheTeilung stattgefunden hat. 
Dem ist jedoch nicht so. Hier wurden lediglich aus einer sehr großen Nahrungsvakuole die nicht mehr verwertbaren Nahrungspartikel entleert. 
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Ektoplasma:  Die äußere Zytoplasmaschicht (s.u.) bei einzelligen Organismen.
Endoplasma:  (Entoplasma) Die innere Zytoplasmaschicht bei  Einzellern mit Zellkern(en), 
 Nahrungsvakuolen usw.
Pseudopodien:  Scheinfüßchen, die von Amöben vorübergehend zur Fortbewegung aber auch zur Nahrungsaufnahme gebildet werden.
Vakuolen:  Mit Flüssigkeit gefüllte, kontraktile Hohlräume bei tierischen Zellen
Zytoplasma:  (griech. kýtos, 'Bläschen, Zelle', griech. plasma 'das Gebildete') alle, den
 Zellkern umgebenden  Bestandteile, die bei tierischen Zellen von einer 
 Zellmembran umschlossen werden. 
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Nacktamöben auf Volvox  
Videoclip Nacktamöben
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Mikrofauna und Mikroflora 
im Winter
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