Teichmolch, Triturus vulgaris
Gartenmolch, Wassermolch, Streifenmolch, Kleiner Wassersalamander.
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Seit der Fertigstellung meines Teiches (1995) habe ich immer nur einzelne Teichmolche, Männchen und Weibchen, und im Spätsommer Jungtiere sehen können. 
In diesem Jahr (2001) scheinen mehrere Paare den Teich angenommen zu haben, zumindest sind sie öfter zu beobachten, sodass auch ein paar Aufnahmen  in den Teich hinein möglich wurden. 
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Namen
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Der in Deutschland verbreitetste und treffendste Name ist Teichmolch. Er wird aber auch Gartenmolch, Wassermolch, Streifenmolch, Gefleckter Molch, Ledermolch, und Kleiner Wassersalamander genannt.
Der wissenschaftliche Name Triturus kommt von Triton  - griech. - Sohn des Meeresgottes
Poseidon und vulgaris - lat. - gemein, gewöhnlich. (Lissotriton vulgaris ?)

Der (neue?) Gattungsname "Lissotriton" wurde 2004 von einem spanischen Team (GARCIA-PARIS et al.) als Ergebnis  theoretischer Untersuchungen in spanischer Sprache  veröffentlicht. Obwohl die Regeln der Nomenklatur dabei leider nicht beachtet wurden, ist dieser Gattungsname in kürzester Zeit im Internet bekannt geworden.
(s. Günter Schultschick, Neuerungen der Salamandriden-Systematik 


Färbung und Geschlechtsunterschiede
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Während sich Männchen, Weibchen und Jungtiere während des Landaufenthaltes nur gering voneinander unterscheiden, machen die Männchen während des Wasseraufenthaltes zur Paarungzeit eine beträchtliche Wandlung in ihrem Aussehen durch. Es entwickelt sich ein hoher zackiger, oder gewellter Rückenkamm, der hinter dem Nacken beginnt und bis zur Schwanzspitze reicht. Auf der Unterseite des Schwanzes bildet sich ein breiter, oft orange gefärbter Hautsaum.
Beobachtet wurde, daß die Ausbildung des Kammes mit der Tiefe des Leichgewässers im Zusammenhang steht. Je tiefer das Laichgewässer, desto höher der Kamm (FELDMANN et al. 1981)
Die während des Landaufenthaltes hellgelbe bis hellbraune Hautfarbe wird während der Paarungszeit dunkler mit rundlichen schwarzen Flecken.

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Vorkommen, Lebensraum, Wanderverhalten, Überwinterung
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Der Teichmolch ist in ganz Mitteleuropa anzutreffen. Er nimmt ausnahmslos alle Gewässer als Laichgewässer an. Bevorzugt werden jedoch vegetationsreiche, sonnige kleine Teiche, Tümpel und Weiher mit  pH-Werten zwischen 6 und 8. 
Im Gegensatz zu vielen veröffentlichten Beobachtungen, daß sich Teichmolche vorwiegend  an flachen Stellen aufhalten, stelle ich seit Jahren fest, daß sie in meinem Teich lediglich in den späten Nachmittagsstunden, an sonnigen Tagen, für wenige Augenblicke die flachen Randzonen aufsuchen und sich ansonsten permanent unterhalb von 1 m aufhalten.

Die Frühjahrswanderung zu den Laichgewässern findet normalerweise zwischen  Februar und April statt. Es wurden jedoch bei Temperaturen über 5° C auch schon frühere Wanderungen ab Januar und bei ungünstigen Temperaturen bis Ende Mai beobachtet. 
Die Balz beginnt, wenn die Wassertemperaturen  deutlich über 5°C gestiegen sind und endet normalerweise im Juni. Gleich danach verlassen die Männchen wieder das Wasser. Die Weibchen folgen einige Tage danach, wenn sie ihre Eier abgelegt haben. Bei ungünstigen Temperaturen können sich diese Wanderungen von den Laichgewässern weg auch verzögern.

Wenn adulte Molche ihre Laichplätze verlassen haben, verstecken sie sich tagsüber unter allem, was einen ausreichenden Schutz bietet. Aktiv werden sie dann in der ersten Nachthälfte, zwischen 23.00 und 3.00 Uhr.
Ab Ende November wandern einige Tiere wieder zum Laichgewässer zurück, um darin zu überwintern.

Die Tiere, die den Winter nicht im Laichgewässer verbringen, überwintern in den verschiedensten Verstecken, wie unter Erdaufschüttungen, Baumwurzeln, aufgeschütteten Steinhaufen, Kellern u.a. Die Winterquartiere sind für gewöhnlich nicht weiter als 50 m, maximal 400 m vom Laichplatz entfernt. Teichmolche sind sehr standorttreu, so wurde beobachtet, daß verfrachtete Molche aus bis zu einer Entfernung von 600 m zu ihren Laichplätzen bzw. Wohnbezirken wieder zurückkehrten. 
Wenn diese Laichgewässer durch Bau- oder irgenwelche anderen Maßnahmen zerstört wurden, spüren die Tiere andere Gewässer in der Nähe auf. Dadurch kann es in der Balzzeit vereinzelt auch zu Masseneinwanderungen in einzelne kleine Gewässer, wie z.B. auch Gartenteiche kommen. Diese Gewässer können manchmal auch weit mehr als einen Kilometer vom zerstörten Laichgewässer entfernt sein.

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Fortpflanzung

Die wilden und komplizierten Balzrituale der Teichmolche wurden von T.R. HALLIDAY (1977) eingehend erforscht und veröffentlicht. Sie werden in einer so hohen Geschwindigkeit ausgeführt, daß selbst Filmaufnahmen beträchtliche Bewegungsunschärfen aufweisen. Beschrieben werden sie von Rainer Günther in seinem Buch: "Die Amphibien und Reptilien Deutschlands".

Ein Weibchen kann sich bis zu siebenmal mit verschiedenen Männchen paaren. Danach setzt es über mehrere Wochen verteilt bis zu 300 einzelne Eier ab. Es sucht mit den Hinterfüßen ein geeignetes Blatt vom Tausendblatt, Wasserpest o.a., formt daraus eine Tasche und legt das Ei darin ab.
Aus den ca. 1,5 mm großen Eiern, deren Gallertmasse bis zu 4 mm aufquillt, schlüpfen nach 12 bis 30 Tagen die etwa 6 mm langen, meist gelben bis braunen Larven, die bis zu ihrer Umwandlung -  nach etwa 10 Wochen - noch Kiemen haben und das Wasser nicht verlassen können. 

Das Foto rechts unten zeigt eine ca. 3 cm lange Molchlarve, bei der die Kiemenbüschel hinter dem Kopf recht gut zu sehen sind.
Die Larven  ernähren sich wie die adulten Tiere ausschließlich von lebender Beute, wie 
Flohkrebsen  Fliegen- und Mückenlarven

Balzritual, Videoclip *.AVI
Balzrituale, Videoclips *.WMV
Videoclips, Balzverhalten der Teichmolche
Das Männchen nähert sich in schneller 
Verfolgungsjagt von hinten dem Weibchen
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Durch Riechen an der Kloake prüft es, ob das
 Weibchen brünstig ist. Wenn es nicht 
flieht, beginnt das Balzritual

Teichmolchlarve.
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Feinde und Gefährdung

Feinde der Larven sind alle Fischarten, Wasserkäfer, Käfer- und Libellenlarven aber auch erwachsene Tiere der eigenen Art.
Erwachsene Molche werden von Enten, Möwen, Bleßhühnern, Graureihern, Ringelnattern, Wasserfröschen, Ratten und Katzen gejagt. Junge Molche sind ein willkommenes, leicht zu erjagendes Futter für Amseln und anderen Insektenfressern.
Die Vermehrungsrate ist deshalb äußerst gering. Es wird geschätzt, daß unter günstigsten Bedingungen maximal 0,5% der geschlüpften Larven nach 3 Jahren die Geschlechtsreife erlangen. Die Lebensdauer kann bis zu 20 Jahre betragen, endet aber meistens bereits nach der Hälfte der Zeit.

Jungmolch nach der Metamorphos Ende September.
Länge vom Kopf  bis zur Schwanzspitze 5 cm.
In der Bundesartenschutzverordnung ist der Teichmolch als besonders geschützte Art verzeichnet. Obwohl z.Z. noch nicht vom Aussterben bedroht, sind die Bestände örtlich sehr stark zurückgegangen, vorwiegend durch Vernichtung der Läichplätze und Umwandlung von Feuchtbiotopen in Anglerteiche. (Amphibienschutz am Angelgewässer)
Immer häufiger hört man auch von verantwortungslosem Aussetzen von Gold- und anderen Fischen aber auch von den besonders räuberischen Stichlingen in Amphibienbiotopen, selbst in Landschafts- und Naturschutzgebieten.
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Fortsetzung und mehr über diesen kleinen Molch (Story)
Teichmolch
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