Artenschutz vor der eigenen Tür!
Naturnahe Gartenteiche und Schulteiche - Ersatzlebensräume für einheimische
Amphibien, Wasserkäfer, Wasserinsekten und Co.
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Geburt einer Vierflecklibelle, Zeitraffer
Geburt einer Vierflecklibelle. 
Zeitraffer 4 Stunden
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Biodiversitäts-Kampagne des Bundesumweltministeriums
Dieses Thema ist Teil des Projektes 
Zwischen Gartenteich und Feuchtbiotop
und und war ein Beitrag zur Aktion biologischevielfalt.de. Weitere Beiträge zu der vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit initiierten Öffentlichkeits- kampagne 2002 finden Sie im Internet.
Lieber Naturfreund,

wenn von Artenschutz die Rede ist, denkt jeder sofort an Elefanten, Wale, den Großen Panda oder den Tasmanischen Beutelteufel,  besonders Interessierte evtl. noch an die Fischotter.
Wenn von Artenvielfalt gesprochen oder geschrieben wird, bringt jeder automatisch damit den tropischen Regenwald in Verbindung, der nicht nur wegen seiner,  zu einem großen Teil noch nicht einmal erforschten Vielfalt der Arten, des dringenden Schutzes bedarf.

Wer sich jedoch traut in diesem Zusammenhang von Furchenschwimmern,  Rohrkäfern,  Wasserjägern  oder Zieralgen zu sprechen, der erntet nur Unverständnis und meistens ein mitleidiges Lächeln, denn wer, außer Entomologen, Arachnologen, Hydro- oder auch einigen Hobby-Biologen, hat schon einmal von ihnen gehört und kennt die schon, wie sehen die aus und wozu sind die überhaupt gut?
Zwar werden Libellen und ihre Kunstflugeigenschaften bewundert, doch wer weiß überhaupt etwas über ihre Entwicklung und, dass einige bis zu fünf Jahre als Larven dieselben Wasser-Biotope bewohnen müssen, wie oben genannte Käfer, Spinnen und Mikroorganismen bevor sie zu den flugfähigen Insekten werden, die so bewundert werden?

Aber wie sehen diese Biotope aus und wo kann man sie finden?

Es sind langsam fließende Bäche, kleine Tümpel, Weiher und Teiche, die in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts  noch überall zahlreich zu finden waren. Durch die wachsende Bevölkerung und die damit verbundene sprunghafte Ausdehnung der Ortschaften, sind die meisten dieser Kleingewässer den Baumaßnahmen zum Opfer gefallen, andere wurden zugeschüttet um das Gelände landwirtschaftlich nutzen zu können. Die etwas größeren wurden, zu in der Regel überbesetzten Anglerteichen umfunktioniert.
In manchen Gegenden ist deshalb oft im Umkreis von vielen Kilometern kein einziges natürliches Kleingewässer mehr zu finden, das unserer einheimischen Fauna Überlebensraum und die Möglichkeit zur Fortpflanzung gewährt. 
Restbestände gefährdeter Arten, die in noch vorhandenen, aber weit auseinanderliegenden Biotopen leben, sind dem Untergang geweiht, da zum Erhalt einer Population immer eine Mindestzahl fortpflanzungsfähiger Individuen erforderlich ist,  die in einem isolierten Biotop erfahrungsgemäß nicht gewährleistet ist.

Die Anlage neuer Kleingewässer dazwischen als sogenannte "Trittsteinbiotope" erfordert einen beträchtlichen personellen, aber vor allem finanziellen Einsatz, der normalerweise nur von Organisatioen geleistet werden kann. 
Beispielhaft dafür ist die Aktion des NABU: 
"Ein König sucht sein Reich"zur Rettung der Laubfrösche im Münsterland und im Tecklenburger Land.

Vielerorts werden von vorwiegend Jugendlichen der Umweltschutzverbände mit viel Aufwand im Frühjahr Krötenzäune errichtet, damit die wandernden Froschlurche unbeschadet die wenigen, noch vorhandenen, intakten Laichplätze erreichen können. 
Viele Frösche sind jedoch gezwungen, Jahr für Jahr in Zierfischteichen abzulaichen, in denen Laich und Kaulquappen lediglich ein willkommenes, zusätzliches Lebendfutter für die Zier- oder auch einheimischen Fische sind, die in nahezu allen Kleingewässern, wegen ihrer Größe und ihres hohen Nahrungsbedarfs jede Ausbildung eines ökologischen Gleichgewichts verhindern.  In nicht zu kleinen Teichen vermehren  sich die Fische obendrein,  wegen des Fehlens natürlicher Feinde und des hohen Angebots an mit Nährstoffen angereicherten Trockenfutters meistens unkontrolliert zu unglaublich hohen Stückzahlen. 
Da Froschlurche immerhin ein Alter bis über 15 Jahre erreichen, fällt der langsame Schwund an Individuen kaum auf und wird gern dem weltweiten Rückgang der Frösche zugeschrieben, dessen Ursache - die Verpilzung des Laiches -  allerdings in Mitteleuropa bisher noch nicht festgestellt wurde.

Glücklicherweise bieten an vielen Schulen engagierte Biologielehrer ihren Schülern auch praktische Naturbeobachtungen an, die bei den Kindern und Jugendlichen das Interesse an der Natur erwecken und ein nachhaltigeres Natur- und Umweltbewußsein hinterlassen sollen,  als der reine theoretische Unterricht.
Zahlreiche naturnahe Schulteiche und Gärten wurden angelegt und werden von den Schülern liebevoll gepflegt und versorgt.  Viele berichten begeistert in interessanten Websites über die Beobachtungen an ihren Teichen.

Leider kann diese begrenzte Anzahl von Schulteichen den Verlust der unzähligen, verlorengegangenen natürlichen Gewässer nicht im Entferntesten ausgleichen.
In der unglaublich großen und kaum zu erahnenden Anzahl von kleinen Gartenteichen (2004 bereits über 4,5 Millionen), die mit Zierfischen meistens überbesetzt sind,  landen jedoch Tag für Tag die Individuen der wenigen noch vorhandenen Arten unserer einheimischen, aquatischen Fauna in den Mägen der fresslustigen Fremdlinge.
Nach Schätzung einer Fachzeitschrift schwammen 2001 über 10 Millionen Fische in Bundesdeutschen Gärten. Dagegen ist schon seit einigen Jahren in manchen naturnahen Gartenteichen kein einziger Gelbrandkäfer mehr gesichtet worden, obwohl diese Käfer noch vor drei Jahrzehnten manchmal so häufig auftraten, dass sie als Hühnerfutter verwendet wurden.
 

In zwei Übersichtskarten auf den folgenden Seiten sind alle mir bekannt gewordenen naturnahen Garten- und Schulteiche in Deutschland und Österreich eingetragen. Damit verbunden sind Verweise auf die Dokumentationen oder einfache Beschreibungen dazu.

Bitte überprüfen Sie, ob Ihr naturnaher Garten- oder Schulteich dabei ist. 
Falls nicht, dann klicken Sie bitte Teich eintragen an.

Falls Sie noch keinen naturnahen Gartenteich besitzen, dann denken Sie doch einmal darüber nach, ob ihnen das Beobachten einheimischer Tiere an und in einem naturnahen Gartenteich, einem Fleckchen fast echter Natur in Ihrem Garten,  nicht auch Spaß bereiten  könnte? 
Im Projekt Zwischen Gartenteich und Feuchtbiotop finden Sie umfangreiche Anregungen dazu.
Obendrein würden Sie damit einen wertvollen Beitrag zum Schutz und Erhalt unserer einheimischen Amphibien und Wasserinsekten leisten. Leider werden  wir damit  keine spezialisierten Arten retten, oder bereits ausgestorbene Arten wieder einführen können. Den noch vorhandenen aber können wir einen nahezu vollwertigen Lebensraum bieten, als Ersatz für die bereits vernichteten Feuchtbiotope. 

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